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Sanierungsarbeiten am Forster Mühlgraben


Der Mühlgraben ist ein künstlich angelegter Kanal durch die Innenstadt von Forst in der Lausitz. Er verläuft zum Teil noch im Bett eines Jahrhunderte alten natürlichen Seitenarms der Lausitzer Neiße. Der Verlauf wurde mehrfach geändert, zuletzt 1956 im Zuge der Umbauten am Forster Kraftwerk.

 

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Mühlgraben hauptsächlich von den zahlreichen Tuchfabriken und Färbereien der aufstrebenden Textilstadt Forst genutzt. 

Die vier Städtischen Mühlen wurden mittels Wasserkraft betrieben und später zog auch das ELT - Werk Wasser des Mühlgrabens unter anderem für die Ferndampf - Versorgung.

 

Mit der rasanten Industrialisierung in der Tuchindustrie vor etwa 100 Jahren gelangten viele Bürger der Stadt zu einem gewissen Wohlstand. Die Stadt besaß eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen in Deutschland.

So konnten sich neben vielen anderen Sportvereinen auch zahlreiche Kanuvereine in der Stadt etablieren. Bis heute ist der Mühlgraben für die letzten zwei alt eingesessenen und einen neu gegründeten Verein ein anspruchsvolles Trainingsgewässer.

 

Zur Zeit dient der Mühlgraben vorrangig dem Betrieb des Wasserkraftwerkes in der Mühlenstraße. Dieses entstand in der einzigen, nach dem Krieg wieder aufgebauten Mühle. Nach langjähriger Unterbrechung wird hier seit 2000 wieder Strom erzeugt.

 

Zum Ende des zweiten Weltkrieges lag die Stadt fast vollständig zerstört am Boden. Auch der Mühlgraben war arg in Mitleidenschaft gezogen worden. An einigen Stellen stürzten schon während der schweren Angriffe Trümmer von zerbombten Brücken, Häusern und Fabriken ins Bett, an anderen Stellen wurde während der Aufräumarbeiten nach Kriegsende Schutt im Graben "entsorgt".

Ab der zweiten Hälfte der 50er Jahre aber war der Mühlgraben wieder durchgängig frei. Allerdings wurde das ursprüngliche Kastenprofil nicht wieder hergestellt. Es floss einfach zuwenig Wasser von der Neiße rein und wenn dann mal genug kam, konnte es unterhalb der Mühle nicht schnell genug abfließen.

Daher konnten die im Jahr 2000 in der Stadtmühle eingebauten Turbinen nicht die optimale Leistung erbringen.

Bereits vor einigen Jahren wurden deshalb oberhalb der Stadtmühle umfangreiche Sanierungsmaßnahmen an den Uferböschungen und der Sohle durchgeführt, sowie der Abluss unterhalb der Mühle optimiert. Im Verlauf der weiteren Jahre wurde ein neuer Rechen vor dem Einlauf der Turbine installiert. Dieser mindert durch seine mittlerweile zum Patent angemeldete Bauweise die Verletzungsgefahr für Fische, ohne den Durchfluss zu stark zu hemmen. Auch ein Fischaufstieg wurde direkt unter dem Mühlengebäude eingebaut.

 

 

Umfangreiche Bauarbeiten an den Böschungen im Unterlauf waren dringend nötig, da in einigen Bereichen die mehrere Jahrzehnte alten Befestigungen durch Unterspülung und Wurzelwerk bereits eingebrochen waren. Die Sanierung der Sohle und der Böschungen ist bis zur Alsenstraße nun abgeschlossen.

Der schon lange geplante und bisher nur teilweise realisierte Radweg wurde ein Stück weiter vorangetrieben. In den nächsten Jahren werden dann die Lücken geschlossen und man kann vom Oder - Neiße - Radweg am Mühlgraben entlang durch die Innenstadt fahren.

 

 

 

 

 


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